
Wien-Exkursion der 8. Klassen
Wir trafen uns vor dem Schottenstift, in dessen Bereich um 85 n. Chr. die Römer ein Alenkastell errichtet hatten, das vermutlich dem Schutz der Bauvexillation des Legionslagers diente. Auf die Umwidmung des Raumes als Gräberfeld in spätrömischer Zeit deuten ein im Jahr 1830 beim Neubau des südlichen Traktes des Schottenstifts ausgegrabener Sarkophag, der später im Stiftsgarten aufgestellt wurde. 1969 wurde der Sarkophag zerlegt und in der Gruft des Schottenstiftes neben einer Säule eines Grabbaues neu aufgestellt.
Im Schottenstift erhielten wir eine interessante Führung u. a. durch die Basilika, die größte Privatbibliothek Wiens nach Plänen des Architekten Josef Kornhäusl im klassizistischen Stil und die Krypta mit der Ruhestätte des Stifters Heinrich Jasomirgott und seiner Frau Theodora Komnena.
Anschließend begaben wir uns nach Süden zum Michaelerplatz in den Bereich der ehemaligen Lagervorstadt (canabae) an der Kreuzung der Limesstraße und der aus dem südwestlichen Lagertor kommenden und Richtung Aelium Cetium (St. Pölten) bzw. Scarbantia (Sopron) führenden Via decumana. Hier haben Ausgrabungen mehrere antike Häuser und Werkstätten nachgewiesen, von denen nach der Neugestaltung des Platzes noch die Hälfte der Fundamente eines der Häuser zu sehen ist.
Danach gaben Tim Pointinger und Angelie Agrebi (8a) in einem Kurzreferat einen Überblick über die Geschichte des Legionslagers, bevor unsere Schüler bei eisigen Temperaturen in Gruppen ausschwärmten, um die Spuren des Legionslagers in der heutigen Stadt zu erkunden und fotografisch zu dokumentieren. Gefunden wurden u.a. Inschriften, freistehende Quader der Lagertherme und in Häusern verbaute der Lagermauer (Stoß im Himmel/Salvatorgasse); Schließlich nach Überquerung der Hohen Brücke, unter der einst im Tiefen Graben der Ottakringer Bach floss, in der Wipplingerstraße im Keller eines Einrichtungshauses das Grab eines Römers, das einst knapp außerhalb der Lagermauer gelegen war und in situ belassen wurde.
Nach einer Mittagspause stand gemeinsam mit der Französisch-Gruppe der Besuch in der Albertina am Programm.
Mag. Christian Gutmann

